Rein mathematisch gesehen, ist ein Glücksspiel eine reine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Karte zu erhalten ist für jeden Spieler gleich hoch. Wenn alle Spieler die gleichen Chancen haben, eine bestimmte Karte zu erhalten, kann man dies auch in erweitertem Sinne als “Laplace-Experiment” ansehen. Damit müsste jeder Spieler die gleichen Chancen auf den Pot haben. Wer jedoch einmal einen Laien mit Pokerexperten spielen sehen hat, der wird schnell feststellen, dass der Laie seinen Einsatz schneller verliert als er überhaupt realisieren kann, was passiert. Denn das Pokern ist kein “Laplace-Experiment”, sondern die Gewinnwahrscheinlichkeiten sind auch vom Erfahrungsgrad der jeweiligen Spieler und deren Spielverhalten und “geistigem Zustand” abhängig. Denn: Wer schneller Geld braucht, ist meist bereit ein größeres Risiko einzugehen.
Ein weiterer wichtiger Faktor, um ein Pokerspiel zu gewinnen, ist das sogenannte “Pokerface”. Dabei versucht man, seinen Mitspielern und möglicherweise auch dem Publikum gegenüber einen möglichst neutralen Gesichtsausdruck zu zeigen, damit niemand aus den Gesichtsgrimassen oder Gesichtsmuskelbewegungen Schlüsse bezüglich der Gewinnwahrscheinlichkeit oder den Karten ziehen kann.
Was anfangs sehr medizinisch und unwahrscheinlich klingt, ist mittlerweile nicht nur bei professionellen Tunieren der Fall: Viele Pokerstars wissen über den Menschlichen Gefühlszustand und die Gesichtsmuskeln Bescheid, auch viele normale Pokerspieler achten auf “Schweissausbrüche” und Rötungen im Gesicht. Denn all diese sind Anzeichen für bestimmte Spielzustände und erlauben damit wiederrum Rückschlüsse auf die Qualität der Karten.
Es gibt einiges zu beachten, um das perfekte Pokerface zu haben. Alle Feinheiten würden den Umfang dieses Artikels sprengen, weshalb ich mich auf einige wenige wichtige Beschränken werde.
Als Erstes sollte man versuchen, absolut neutral zu bleiben, während die Karten ausgelegt werden. Denn der ein oder andere Pokerspieler achtet nicht auf die Karten, während sie ausgelegt werden, sondern auf seine Mitspieler. Schon die kleinste Zuckung lässt Rückschlüsse auf eine erhöhte Verlustwahrscheinlichkeit des Gegners zu. Insbesondere wenn der andere Spieler eine Sonnenbrille benutzt ist es schwer zu sehen, wohin der andere zur Zeit blickt.
Und dies führt mich auch bereits zum nächsten Punkt: Eine Sonnenbrille während des Spiels benutzen. Obwohl viele Casinos Sonnenbrillen mit schwarzen Gläsern bereits verboten haben, werden sie doch weiterhin im ein oder anderen Austragungsort für Glücksspiele zugelassen. Eine Sonnenbrille gibt nicht nur dem Spieler selbst ein bisschen Selbstvertrauen zurück, was besonders bei Anfängern wichtig sein kann, sondern lässt den Spieler auch den Gegnern am Tisch stärker vorkommen. Und wie bereits oben erwähnt, ist es einfacher, damit seine Gegner unbeobachtet zu “observieren”.
Psychologie ist also ein wichtiger Bestandteil eines jeden Pokerspiels und die Beachtung dieser einfachen Richtlinien kann möglicherweisen schon den einen oder anderen Sieg mehr bedeuten – und damit mehr Geld und Erfahrung. Achja: Auch das Lesen des ein oder anderen Psychologiebuches soll so manch einen schon zum Pokerstar gemacht haben.